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Hochzeit, Corona und die Auflagen

„Hatschi!“

„Oh, Gesundheit!“…oder anders: Heiraten in Zeiten der Corona-Welle…

Ich weiß, ich weiß, die meisten können das Wort Corona oder Covid 19 echt nicht mehr hören, es zu lesen, ist nicht prickeliger. Stimmt ja auch, das kann ich als Traurednerin sehr gut nachvollziehen – von einer Welle kann man da auch nicht mehr sprechen, ähneln die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Ausmaße doch eher einem ausgewachsenen Tsunami mit Freakwave-Charakter. Die freie Trauung als Veranstaltung und überhaupt die gesamte Hochzeitsbranche hat es schwer getroffen. Die Liebe musste einfach geduldig warten… BIS JETZT!


Es wird wieder JA(!) gesagt!

Ja, ihr habt richtig gelesen. Meine Hochsommer-Paare lassen bei ihren freien Trauungen die besondere Art zu feiern einfach für sich arbeiten. Wie das Wörtchen „frei“ schon sagt, ist bei dieser Art zu heiraten eine romantische, von allen Konventionen losgelöste Zeremonie eh schon Programm. In den Sommermonaten geht das auch im Freien, wobei das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Eine freie Trauung ist und bleibt die leichte, die völlig individuelle Variante zu heiraten…Dabei kann eben Tante Elise auf der Wiese auch mit einem 1,5 Meter Abstand neben Neffe Noah sitzen.


Aus dem Leben einer Traurednerin

Ich möchte euch heute erzählen, wie es meinen Brautpaaren und mir bisher erging, welche schönen Lösungen meine liebenden Paare gefunden haben und wie ich letztendlich dabei persönlich agiere. Und dabei huscht mir gleich ein Lächeln übers Gesicht, ich freue mich: Wir schreiben den August 2020 und die Trauungen nehmen endlich wieder Fahrt auf - da geht in Sachen Liebe wieder was!

Okay… ich ergänze diesen Satz…Da geht natürlich nur wieder was, wenn sich alle richtig informieren und die erforderlichen Regeln auch umsetzten! Ich weiß, das ist meist gar nicht so einfach. Die Verwirrung war & ist, wie ich in täglichen Telefonaten erfahren muss, oft groß. Das Netz ist voll von den wildesten und leider auch fragwürdigsten Infos. Auflagen hier, Auflagen da, das darf man, das darf man nicht. Barfuß tanzen auf dem Rasen geht, hüsteln ohne Händewaschen auf gar keinen Fall. Bin ich als Traurednerin derzeit in Niedersachsen unterwegs, feiert das Paar mit maximal 50 Gästen, in Schleswig-Holstein und Hamburg sieht die Gästezahl schon wesentlich beachtlicher aus (Stand 15.08.2020)… Was war das für ein Hängen & Würgen, ein Hangeln von Woche zu Woche… und Himmel, dann hat die Bride-to-be auch noch die ganzen Deadlines für den großen Tag im Nacken… Das schlaucht(e) ganz schön.


Ihr seid der Kracher!

Es berührt mich enorm, wie offen meine lieben Brautpaare mit mir bisher mit diesen ganzen emotionalen Hochs & Tiefs, den Dämpfern und Rückschlägen für das größte aller Feste umgegangen sind. Wie nah wir dabei in vertrauten Gesprächen waren. Der April, Mai, Juni & Juli ging in die Grütze. Es blieb uns leider tief getroffen (und auch ein wenig geschockt) nichts anderes übrig, als den Hochzeitstag der freien Trauung zu verschieben. Da habe ich mit meinen Brautpaaren Stunde um Stunde telefoniert, sie getröstet, beruhigt, perspektivisch nach vorne geschaut und dann, oh Freude(!), den, also DEN (THE ONE AND ONLY!!) neuen Trau-Termin vereinbart!

Und siehe da! Die einstige Enttäuschung ist heute, ein paar Wochen später, zum Glück völlig verflogen. Heute werden bei meinen „Verschiebern“ schon wieder wilde neue Ideen für ihren Trau(m)tag ausgeheckt. Auch hier darf ich ganz nah miterleben, wie die Vorfreude von Tag zu Tag steigt! Da braucht die Ex-Junibraut für den Herbst plötzlich ein passendes wärmendes Strickjäckchen („Quietsch!! SHOOOPING!“) und das neue angepasste Farbkonzept sieht doch auch bombig aus. Die spendable Brautmutter findet, dass ein weiteres Brautkleid nun wirklich nötig sei und das kalte Gurkensüppchen wird im Menu durch einen heißen Glühwein ersetzt – Das, genau das alles ist so wunderbar! Daher sei an dieser Stelle gesagt: Ein Hoch auf eure Kreativität und eure Flexibilität! Es findet sich immer ein neuer Weg und der fühlt sich auch noch prima an… Eure Liebe wartet – das ist großartig, das allein zählt im Herzen!

Ich, als Traurednerin bin so oder so für meine Paare da. Eben auch als Begleiterin, als verständnisvolle Zuhörerin und neu: als Problemlöserin in Pandemie-Zeiten (das hatte ich jetzt eher nicht so in meinem Portfolio gesehen, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben 😊) Die Herausforderung meiner Lovebirds habe ich auch stets als meine gesehen, denn ich fühle mit meinen Paaren und ich fühlte mich, besonders in diesen Zeiten, noch mehr mit meinen „Verschiebern“ verbunden.


Stillstand war Gestern - los geht´s mit den aktuellen Liebenden!

So und nu isses endlich vorbei mit meiner „chronischen Unterttrauung“. Ich kann euch sagen, was habe ich die freien Trauungen vermisst!! Es geht wieder los. Im August erwacht mein Terminkalender nun endlich aus dem Corona-Schlaf. Die August-Buchungen stehen unverschoben. Jede Trauung ist ein Lichtblick. Mit den schrittweisen Lockerungen kommt wieder Leben in die Liebe! Restaurants, Locations und Hotels öffnen unter Auflagen wieder ihre Pforten...Somit kann auch ich Traurednerin eurer Liebe wieder Raum geben.


Verantwortung

Ich bin unfassbar dankbar, was mich wieder erreichen darf und ich weiß mit diesem Geschenk auch respektvoll umzugehen... Hochzeit zu feiern, das hieß bisher, dass Menschen auf engstem Raum jubeln, trinken, futtern, lachen, leben, sich knutschen, berühren, umarmen und wild tanzen! Noch einmal sei an dieser Stelle gesagt: Als Rednerin arbeite ich mit Menschen. Als Rednerin habe ich „in front of…“ eine gewisse Vorbildfunktion. Als Rednerin stehe ich nun mit meinen Paaren dafür ein, eben auf eine neue, nie dagewesene Art, zu feiern. Das erfordert Zusammenhalt, Mut, Offenheit, Logistik und noch mehr Engagement!

Bei meinem Saisonstart im Februar 2020 tickten die Uhren noch im normalen Takt... 6 Monate später ist klar, auch ich halte mich an die sinnvollen Auflagen und habe mir eigenverantwortlich sogar meine eigene Welt geschaffen: ...ich werde KEINE aufgeregten Gäste mit Handschlag begrüßen und auf die Plätze führen... Ich werde dauerhaft mit Mundschutz im Flieger sitzen oder zum Einkaufen fahren und ich werde mich zudem regelmäßig freiwillig gesundheitlich untersuchen lassen. Sagrotan ist & bleibt mein bester Kumpel. Trotzdem: Ich werde meine Herzenspaare NICHT drücken, NICHT ihre Tränchen trocknen oder ihnen leise vor dem Einzug Mut ins Ohr flüstern... auf all das muss ich leider (noch) verzichten und die Distanz wahren - solange es eben (noch) keinen Impfstoff gibt.

Ich trage diese Verantwortung aus Überzeugung und von Herzen!! Aus Verantwortung meinen Paaren gegenüber, den Gästen und schließlich auch meinem Mann, meiner Familie, Freunden und mir selbst gegenüber. Ich möchte nicht darauf verzichten müssen euren einzigartigen Moment wahr werden zu lassen. Also gebe ich wie immer das Beste... und das heißt derzeit in meinen Zeremonien: Abstand halten, denn ich habe meine Paare lieb, ihr habt das alle soooo sehr verdient euch feiern zu dürfen!

Erhalten wir uns diesen zarten und leicht zerbrechlichen Zustand. Denkt bitte auch ihr daran, jede Trauung ist ein Lichtblick... zurück zum ausgelassenen Leben, das garantiert auf uns alle warten wird!!

Also erneut, bitte lasst uns feiern, aber:

MIT Liebe und FÜR die Liebe!!

Mein Einsatz steht ❤ Eure free-Eve/ Judith


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